Domino 9.0.1 FP10 IF1 verfügbar - Domino-Support mit Docker

Heinz Mathys 
9 February 2018
Die neueste Version von IBM Notes/Domino mit 9.0.1 Fix-Pack 10 bringt einige Neuerungen (per 9.2.2018 sind es 118 Einträge in der Fix-List-DB).

1. Die JVM des Designers ist nun endlich etwas neuer (neu auf 1.8) m.E. Dank einem Upgrade der Eclipse-Plattform auf 4.6.2 (leider noch nicht Oxygen mit 4.7, aber 4.6 ist bereits ein guter weiterer Schritt).

Hier erwarte ich noch einige Verbesserungen da die Performance und das Window-Handling im Moment schlechter als mit den vorherigen Versionen ist. Ein Arbeiten ab-und-zu im Designer ist möglich, jedoch täglich intensives Arbeiten mit dieser Version wird zu einer Qual.


2. Im Notes-Client ist neu ein eingebetteter Sametime-Client (mit ST 9.0.1 ohne Add-on!) vorhanden.

Für Administratoren sicher eine Vereinfachung, wobei beachtet werden sollte, dass die Installation von FP10 nicht über direkt von einer 9.0.1FP9 plus "Sametime Embedded" build 9.0.x durchgeführt werden sollte. Vorgehen für den Upgrade ist von IBM hier gut beschrieben.
http://www-01.ibm.com/support/docview.wss?uid=swg22012939

3. Domino-Server-Support für den Betrieb eines Domino-Servers in einem Linux-basierten Docker-Container ist vorhanden.
Es gibt noch keinen Docker-Image für Domino von IBM, dieser ist jedoch in Planung. Es ist positiv zu sehen, dass IBM den Trend auch für IBM Domino aufgenommen hat und verspricht in einer zukünftigen Version auch ein Docker-Image bereitzustellen. Bei Interesse vorher ein Docker-Image für Ihre Umgebung zu haben, nehmen Sie
doch mit uns Kontakt auf. Wir setzen Docker seit mehreren Jahren ein und haben dadurch ein fundiertes Wissen dazu aufgebaut.
Weitere Details siehe
http://www-01.ibm.com/support/docview.wss?uid=swg22013200

Ein sofortiger Rollout in die produktive Umgebung kann ich im Moment noch nicht empfehlen, da es zuviele kleinere und grössere Fehler gibt. Beispiele von Problemen: Umlaute in Mails werden 'scrambled, Versionsangaben sind inkorrekt.

Ein erster Interim-Fix (IF1) für das FP10 behebt u.a. 3 Security-Fixes und die weitere Bugs. Insbesondere der nervige Fehler mit den Umlauten im Betreff von Mails sollte behoben werden (konnte dies noch nicht verifizieren) ausser man verwendet POP3-Clients.

Eine offizielle Liste der Neuerungen und Fixes, sowie mit einem Link auf den jeweils neuesten Download findet man hier:
http://www-10.lotus.com/ldd/fixlist.nsf/WhatsNew/86a6c4ba892f0218852581fc0067b4f4?OpenDocument
In folgendem Blog kann direkt Feedback zur FP 9.0.1 FP10 gegeben werden:  
https://www.ibm.com/developerworks/community/blogs/LotusSupport/entry/Listening_to_your_feedback_on_Notes_Domino_9_0_1_FP10

E-Mail-Produktivität

Heinz Mathys 
14 January 2018
Viele Personen verbringen viel Zeit mit E-Mails lesen und bearbeiten. Bei der steigenden Anzahl an eingehenden E-Mails (ich habe im 2017 durchschnittlich ca. 100 E-Mails pro Tag erhalten) wird es immer schwieriger den Überblick zu haben. Basierend auf meinen Erfahrungen hier ein paar Tipps zur Reduktion der Bearbeitungszeit bei sich und anderen.

Nebenbei: Das oder die E-Mail? Gemäss Duden https://www.duden.de/rechtschreibung/E_Mail weiblich oder sächlich, resp. die E-Mail; Genitiv: der E-Mail, Plural: die E-Mails, auch, besonders süddeutsch, österreichisch, schweizerisch: das E-Mail; Genitiv: des E-Mails, Plural: die E-Mails

Anbei Tipps für die Reduktion der Zeit für das Bearbeiten der E-Mails
1.       Wer muss auf die Empfängerliste? => Alle die etwas tun müssen oder informiert werden müssen
                   Im An-Feld (To:) stehen Empfänger, welche etwas tun müssen und alle anderen in der Kopie (CC:).
                   Was will ich vom Empfänger? Weshalb frage ich ausgerechnet den Empfänger?
                   Falls der Empfänger mich nicht kennt, kurze - ein Satz - Einführung 'wer ich bin'. Beispiel: Ich wende mich in der Rolle als Kundenbetreuer an Sie.
2.       Was steht im Betreff (=Subject)? => Schreibe eine Aktionshandlung in den Betreff
                   Bei einer Anfrage: Was muss der Empfänger tun? z.B. "Bitte Kundenumfrage bis xx.xx.xxxx zurücksenden."
                   Bei einer Antwort: Was wurde beantwortet, z.B. "Anbei meine Antwort auf die Kunenumfrage"
                   Bei einer reinen Info: Präfix "Info: " mit eine Kurzfassung einfügen.
3.       Formuliere E-Mails möglichst konzis, d.h. kurz und präzis
                   Max. 5 Sätze, welche auf folgende 5 Fragen behandelt (siehe http://five.sentenc.es/)
                   Was will ich vom Empfänger? Was muss der Empfänger tun? Wieso soll der Empfänger die Anfrage beantowrten, resp. die von mir angefragte Aufgabe erledigen?  Was ist der nächste Schritt?
4.        Verwende aussagekräftige Mail-Platzhalter (shortcuts) für immer wiederkehrenden Inhalte
                   Ein üblicher Platzhalter ist die Mail-Signatur, dazu kann aber auch "Sehr geehrte" oder "Mit freundlichen Grüssen" hinzugefügt werden.
5.        Vermeide Ping-Pong-Mail-Verkehr.
                   Spätestens nach der dritten Nachfrage/Präzisierung per Mail lohnt sich ein Gespräch - vor Ort oder per Natel.

Mein Chef ist froh, wenn ich in E-Mails an ihn jeweils
a)       Lösungsvarianten aufführe mit den Vor- und Nachteilen
b)       die von mir empfohlene Lösung begründet erwähne und zur Bewilligung vorschlage (so muss der Chef nur noch zurückschreiben "bin einverstanden")
c)       das ganze kurz halten
Ich habe aber auch bemerkt, dass ich genau das gleiche schätze und effizienter bin bei der Bearbeitung.
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Domino 9.0.1 FP9 IF2 verfügbar - mit wichtigen Fixes

Heinz Mathys 
7 January 2018
Falls auf einem Domino-Server bereits Domino 9.0.1 FP9 installiert ist, sollte man möglichst schnell auf IF2 upgraden.

JPAIAQ5SKW:     PANIC: DbMarkCorrupt! (x:\notefile\admin4.nsf Dbiid: 0x3D91E116 0x3C07FE17)        
JVEKAQSGCC:   Shared, Private on First Use Folder not working as expected in 9.0.1 FP9.        
TDOOAREP8W: Performances issue (deadlock) with long held lock after update to Domino 9.0.1 FP9.        
YNABANLSUB:   Error 4399 (Value Is Out Of Range) When Running Deleteuser Lotusscript.        

Daneben gibt es leider auch noch den SPR# PJONAU8KP5 "AGENT CRASH WHEN CALLING FULLTRIM IN LOTUSSCRIPT ON 64-BIT DOMINO 901FP9", weshalb in 64-bit-Umgebungen im Moment mit einem Upgrade zugewartet werden sollte (oder im Detail abklärt, ob Fulltrim irgendwo in einem Agent-Code verwendet wird...)

Service-Qualität und Japanisches Denken

Gregor Weisser 
6 January 2018
Image:Service-Qualität und Japanisches Denken

Auf einer Reise in Japan ist mir in einem Hotel aufgefallen, wie vielfältig Japaner die Qualität der Dienstleistungen sehen. Wo wir bei ATEGRA bloss eine Dimension sehen - bei uns heisst sie "Service-Orientiertheit" - finden Japaner gleich sieben verschiedene Aspekte dazu:
1.        Smile (Lächeln)
2.        Greeting (Begrüssung)
3.        Friendliness (Freundlichkeit)
4.        Polite (Höflichkeit)
5.        Reliability (Verlässlichkeit)
6.        Use of words (Wortwahl)
7.        Prompt response (Umgehende Reaktion)

Man kann das beindruckend finden. Man kann das auch so verstehen, dass die Mitarbeitenden die volle Breite des Thema Dienstleistungsqualität besser verstehen (wollen oder müssen). Vielleicht finden es auch japanische Gäste wichtig unterscheiden zu können, ob nun das Lächeln gut genug war oder die Freundlichkeit. Verzichten wir auf Einwände, Kritik und lange Diskussionen und freuen wir uns einfach über die hohe Gewichtung dieser Aspekte. Bei ATEGRA wollen es uns zumindest zum Vorbild nehmen und als ATEGRA-Kunde können Sie davon ausgehen, dass für uns auch diese 7 Dimensionen zur "Service-Orientiertheit" gehören.

Chief Digital Officer

Gregor Weisser 
24 August 2017
Image:Chief Digital Officer

Das gute am Digitalisierungs-Hype ist, dass mit dem neuen Posten "Chief Digital Officer" eigentlich das schon seit den 1980er Jahren gewünschte Profil des Business Analyst einen hohen Stellenwert erhält.

Seit Jahrzehnten suchen alle Unternehmen, staatliche Einheiten und andere Organisationen Fachpersonen, die die Brücke von "Business" zur "Information Technology" schlagen. Leute, die mit beiden Seiten sprechen können. Leute, die Geschäftsprozesse schnell verstehen und erkennen, wie man diese noch besser mit Informatikmitteln unterstützen kann.

Image:Chief Digital Officer

Diese Spezies "Business Analyst" ist rar und dementsprechend wenig Spezialisten sind im Einsatz. Die Rarheit entmutigt auch viele CEOs und Personalverantwortliche solche Experten überhaupt  zu suchen und zu rekrutieren.

Meine Hoffnung ist, dass der Titel "CDO" bekannt wird und somit hilft, dieses interessante Metier mehr zu verbreiten.

Ein Chief Digital Officer sorgt dafür, dass alle Prozesse im richtigen Masse digitalisiert sind, dass möglichst wenig "mechanische Handarbeit" notwendig ist, dass möglichst wenige Medienbrüche vorkommen und dass somit die Arbeit schneller und produktiver abgewickelt werden kann. Dazu gehört auch, dass die Arbeit mit Papier so weit wie sinnvoll abgeschafft wird. Diese Optimierungen werden in den meisten Fällen nur dann wirklich Erfolg bringen, wenn sie mit Schulungen, Trainings und Support ergänzt und begleitet werden. Es ist nicht nur notwendig benutzerfreundliche Software einzusetzen, sondern insbesondere auch notwendig, die User im Umgang mit benutzerfreundlicher Software zu schulen, sodass sie die Möglichkeiten der Tools auch geschickt zu nutzen wissen.

Hier ein Beispiel für einen CDO: http://www.netzwoche.ch/news/2017-08-22/julius-baer-beruft-digitalchef.

Warum testen Sie die Cloud nicht einfach?

Daniel Breitenmoser 
28 June 2017
Unternehmenssoftware in der Cloud lässt sich oft kostenlos austesten. Das vereinfacht die Evaluation eines passenden Angebots.
Dieser im
KMU-Magazin der Swisscom publizierte Artikel führt Sie durch die ersten Schritte zu einem Angebot, das auf Ihr KMU zugeschnitten ist.

Am Beispiel der Baufirma von Geschäftsführer Honegger wird aufgezeigt welche Wege zu Software führen, um die Arbeit in der Firma zu optimieren. Einerseits können mit der Erstellung eines Pflichtenheftes die Anforderungen der Baufirma an einer neuen Software definiert werden. Nebst den Kosten für die Erarbeitung des Pflichtenhefts besteht weiterhin das Risiko, dass die Schwachstellen der Software erst nach dem Kauf und der Einführung festgestellt werden.

Das Ausprobieren einer Cloud-Lösung vereinfacht die Evaluation: Es gibt mittlerweile für viele Anwendungsbereiche Mietlösungen, die auf Schweizer- oder EU-Rechenzentren betrieben werden. Mittels Fragekatalog kann Honegger die Tauglichkeit der Anwendung in Bezug auf seine Anforderungen prüfen und sie dann über einen beschränken Zeitraum eventuell sogar gratis testen.
Bei erfolgreichem Test wird die Anwendung in der Firma eingerichtet und mit einer klar definierten Kündigungsfrist gemietet. Es fallen nur initiale Einrichtungs- und Ausbildungskosten an.

Den gesamten Artikel finden Sie hier.

Verhaltenskodex im Umgang mit Lieferanten

Gregor Weisser 
29 May 2017
In einer Volkswirtschaft, in der die Regeln der freien Marktwirtschaft gelten, haben wir in unserer Rolle als Kunde immer wieder Kontakte mit verschiedenen Lieferanten. Welche Regeln sollten beachtet werden im Umgang mit Lieferanten?

1. Grundsätzlich sind wir als Kunde daran interessiert, dass es eine genügend grosse Auswahl an leistungsfähigen Lieferanten für unsere Bedürfnisse auf dem Markt gibt. Deswegen ist es grundsätzlich auch unser Anliegen, die Leistungsfähigkeit der Lieferanten zu stärken (und nicht zu schwächen). Welche Möglichkeiten bestehen dazu? Grundsätzlich sind es alle Varianten des Feedbacks. Gute und schlechte Leistungen (auch bereits in der Offertphase) sollen zurückgemeldet werden - und gute Lieferanten reagieren auf Feedback.

2. Offerten sollten bei grösseren Vorhaben bei mehr als einem Lieferanten eingeholt werden. Die meisten Lieferanten sind dankbar, wenn Sie die Gelegenheit erhalten eine Offerte einzureichen. Jeder Lieferant muss akzeptieren, dass er den Zuschlag nicht erhält. Das gehört zum Prinzip der freien Marktwirtschaft. Damit die Lieferanten dazulernen können, ist es aber sinnvoll, sie aufzuklären, weshalb sie den Zuschlag nicht erhalten haben. So werden Sie hoffentlich besser und können bei unserer nächsten Beschaffung noch besser unsere Bedürfnisse treffen.

3. Wenn ein Lieferant einen Fehler macht, müssen Sie es ihm explizit mitteilen. Der Lieferant soll eine Chance bekommen, den Fehler in Zukunft zu vermeiden. Achten Sie auf die Reaktion des Lieferanten: Kann er Ihnen glaubwürdig darlegen, was er unternehmen wird, damit der Fehler nicht mehr auftritt? Ein Lieferant, der sich als nicht-lernfähig oder sogar als nicht lernwillig erweist, disqualifiziert sich. Teilen Sie ihm dies mit.

4. Es macht Sinn, dass Sie sich einen Standard-Lieferanten pro Gebiet einrichten. Ergänzen Sie die Liste nur langsam. Sie darf nicht zu lange werden. Streichen Sie einen Lieferanten von Ihrer Liste, wenn er wiederholt nicht lernfähig war.

5. Wenn immer sehr viele Lieferanten eingeladen werden und jedesmal bloss einer gewinnt, wird das Verhältnis Anzahl Offerten zu Anzahl ausgeführter Aufträge immer ungünstiger, was sich schlussendlich auch auf die Preise auswirkt. Faustregel: Es sollten nicht mehr als vier Lieferanten zu einer Offertstellung eingeladen werden.

6. Derjenige Lieferant, der den Zuschlag erhält, soll über den Grund der Wahl informiert werden. Begründung: Gute Eigenschaften, die nicht explizit anerkannt werden, laufen die Gefahr zu verschwinden. Der Lieferant sollte wissen, weshalb er bevorzugt wurde, damit er diese Qualitäten weiterhin pflegen oder ggfls. ausbauen kann. Alles im Interesse des Kunden.

7. Diejenigen Lieferanten, die den Zuschlag nicht erhalten, sollen über den Grund informiert werden: Welche Qualität ihres Angebots war zuwenig gut? Die Information soll derart erfolgen, dass der Lieferant eine Möglichkeit erhält, sich in diesem Bereich zu verbessern. Beispiel: Wenn der Preis zu hoch war, ist es richtig, den Lieferanten zu informieren über die relative Höhe des gewinnenden Angebots (in Prozent) und insbesondere auch auf eine allfällige andere Art des Angebots (z.B. andere Zusammensetzung der Leistung) zu informieren. Eine Aussage, der Gewinner war günstiger reicht nicht.

8. Ein "ungesunder" Preiskampf soll vermieden werden. Es darf nicht das Ziel sein, dass sich die Konkurrenten in einem Preiskampf gegenseitig in die roten Zahlen treiben (siehe Punkt 1). Ein leistungsfähiger Lieferant muss Gewinn machen, denn ein Unternehmen, dass keinen Gewinn macht überlebt nicht lange. Woran erkennt man "ungesunden" Preiskampf? Grundsätzlich ist es jederzeit möglich, dass ein Lieferant dank einem neuartigen Produktionsverfahren signifikant tiefere Preise verlangen kann. Dies kann möglich werden, falls eine Leistung, die bisher manuell erbracht werden musste, neu maschinell erbracht werden kann. Falls dies so ist, kann Ihnen der Lieferant sicherlich darüber Auskunft geben. Fragen Sie ihn! Falls er das nicht kann, handelt es sich vermutlich um einen "Kampfpreis".  ---  Hinweis: Es gibt Kunden, die jeweils die billigste und die teuerste Offerte in der ersten Evaluationsrunde aus dem Wettbewerb nehmen. Dies ist eine alte Praxis, dem "ungesunden" Preiskampf Gegensteuer zu bieten.

9. Angebote enthalten Kosten für Material und Kosten für Arbeitsleistungen. Material wird tendenziell immer günstiger. Arbeitsleistungen hängen direkt mit Löhnen zusammen. Wir alle haben kein Interesse an sinkenden Löhnen. Konsequenterweise sollten wir auch nicht auf diejenigen Preise drücken, die mit den Löhnen zusammenhängen. Wir können aber verlangen, dass ein Lieferant effizientere Methoden und Verfahren anwendet. Fragen Sie Ihre Lieferanten, wie sie günstiger liefern können dank besserer Prozesse - und erwarten Sie spannende Antworten!

10. Wettbewerb basiert auf klar formulierten Anforderungen und auf einer nachvollziehbaren Beurteilung der Angebote. Unklare Anforderungen führen dazu, dass Ihre Lieferanten nicht wissen, worauf sie sich konzentrieren sollen. Offerten, die aufgrund unklarer Anforderungen erstellt wurden sind nicht vergleichbar. Falls Sie feststellen, dass Sie unvergleichbare Angebote erhalten haben, sollten Sie einen Marschhalt in Erwägung ziehen und ggfls. eine neue, präzisere Offert-Einladung versenden.

11. Wenn Sie einen bekannten Lieferanten nicht zu einer Offerteingabe einladen, sollte dies begründbar sein. Mögliche Gründe können sein: a) Unzufriedenheit mit einer kürzlichen Lieferung resp. Leistung. (In diesem Fall sollte der Lieferant dies erfahren haben, da er sich nur so verbessern kann.) b) Vermutete Nicht-Eignung aufgrund des Anforderungsprofils. In diesem Fall sollten die Anforderung sehr stark abweichen vom bekannten Profil des Lieferanten, ansonsten sollte der Lieferant dennoch eingeladen werden, da die meisten Lieferanten Ihr Leistungsprofil weiterentwickeln und neue Leistungen in Ihr Angebot aufnehmen, sofern der Markt dies verlangt. Es ist also gut möglich, dass der von Ihnen nicht berücksichtigte Lieferant im neuen Gebiet der z.Z. beste Anbieter ist und Sie verpassen eine Chance, wenn Sie ihn nicht einladen.

12. Lieferanten mit relativ wenigen Kunden sind sich gewohnt, auf sehr unterschiedliche Kundenbedürfnisse einzugehen. Lieferanten mit sehr vielen Kunden versuchen ihre Produkte und ihr Leistungsabgebot zu standardisieren. Dies hat nicht nur Vorteile.

13. Jeder Lieferant darf nicht nur Gewinn machen, er sollte es auch. Ein Unternehmen, das nicht Gewinn macht, überlebt nicht mehr lange. Ein Unternehmen das Konkurs geht, vernichtet zumindest einen Teil der Arbeitsplätze und richtet somit volkswirtschaftlichen Schaden an. Auch als Kunde trage ich Mitverantwortung in diesem Bereich.

Die Auswirkung von AI auf Bots

Yanick Zeder 
1 May 2017
Die Auswirkung von AI auf Bots
Schon immer war der Mensch ein Genie darin, für die Probleme welche ihm durch seine Umwelt gestellt wurden, das dazu passende Werkzeug zu erschaffen. Von den einfachen Steinwerkzeugen der Steinzeit bis hin zu den automatisierten Fabriken der Neuzeit. Heutzutage, wo eine die grösste Herausforderung des Alltags das durchdringen der täglichen Datenflut zu sein scheint, ist das keine Ausnahme. Schnell etablierten sich sogenannte Bots, kleine Programme welche repetitive Aufgaben übernehmen, das Internet nach Informationen durchsuchen oder automatisiert Fragen in Foren oder Chats beantworten.

Bots waren über Jahre hinweg grossartige Tools, wenn es darum geht einfache repetitive Dinge zu erledigen. Diese gehen von kleinen Twitterbots für das automatisierte schreiben von Kurznachrichten bis hin zum mächtigen Googlebot welcher täglich das Internet nach neuen Informationen durchkämmt. Jedoch waren diese Systeme bisher in ihren Aufgabengebieten sehr beschränkt.

Game-Changer Machine Learning
In den letzten Jahren erlebte eine bereits seit Jahrzehnten bekannte Technologie eine Renaissance. Durch die extrem gestiegene Rechenleistung von Computern ist das maschinelle Lernen aus seinem Schattendasein herausgetreten und zeigen fast überall wo es eingesetzt wird ihre Teils gewaltige Überlegenheit zu herkömmlichen Verfahren. So übertreffen Bilderkennungssysteme auf der Basis von ML bereits trainierte Menschen beim Beschreiben von Bildinhalten. Bis vor kurzem wurde noch davon ausgegangen, dass dies noch weit in der Zukunft liegen würde.

Das gleiche Muster zeigte sich jüngst auch beim antiken Brettspiel aus dem fernen Osten namens GO. Bei diesem schaffte es ein System von Google den momentanen Weltbesten Spieler zu bezwingen. Das scheint auf den ersten Blick nicht sehr beeindruckend. Doch dieses Spiel ist aus mathematischer Sicht um Grössenordnungen komplexer als z.B. Schach, weswegen von Experten lange bezweifelt wurde, ob es jemals einem Computer gelingen würde, auch nur annähernd so gut wie ein Menschlicher Widersacher zu sein. Deswegen spricht Demis Hassabis, der Leiter des Teams welches hinter dem Historischen Sieg in Go steht, bei Go vom Heiligen Gral der AI-Forschung. Er hofft die bei dem Spiel verwendeten Algorithmen auf reale Probleme anwenden zu könnten. Und so arbeitet das Team heute daran die Medizin zu revolutionieren.
(Sam Byford, DeepMind founder Demis Hassabis on how AI will shape the future, 2016, von http://www.theverge.com/2016/3/10/11192774/demis-hassabis-interview-alphago-google-deepmind-ai)

Das verfrühte Eintreffen von Expertenvorhersagen scheint mehr und mehr zur Gewohnheit zu werden. Man fragt sich, was wohl als nächstes durch das maschinelle Lernen revolutioniert wird.

Open-Source Bewegung
Ein wichtiger Grund für die grossen Sprünge, welche momentan im Bereich des ML gemacht werden ist die öffentlich verfügbare und gut dokumentierte Software. Diese werden von Unternehmen wie Google oder Facebook zur Verfügung gestellt und gepflegt. Hinzu kommt die grosse und aktive Community zu diesen Frameworks, welche sich rege über best practices und neue Entdeckungen austauschen. Dies ermöglicht es einer relativ grossen Masse an interessierten Personen schnell den Einstieg zu finden und eigene Experimente damit zu starten.

Daraus resultieren auch viele neue Startups, die die neuen Techniken an realen Problemen anzuwenden versuchen. Dabei sind sie meist sehr erfolgreich. Machine Learning befindet sich also auf dem Sprung in die Marktwirtschaft, und birgt Gefahren für Unternehmen welche den Anschluss verpassen.

ML-Upgrade für Bots
Was sind nun die Auswirkungen dieser rasanten Entwicklung auf Bots. Dazu müssen wir erst einen Blick in die Funktionsweise der „alten“ Bots werfen. Sie basieren normalerweise auf einem Regelset mit wenn-dann-Verknüpfungen. Wobei dies Abbildungsregeln vom Entwickler von Hand eingepflegt werden müssen. Dieser Prozess ist langwierig und Zeitintensiv. Das Resultat ist ein unflexibles System, welches nur einen sehr begrenzten Einsatzbereich hat.

Mit ML ist die Herangehensweise ein Andere. Es werden keine Regeln mehr definiert sondern das System lernt durch ein Set an Beispielen wie es sich zu verhalten hat. Beispielsweise zeigt man einem Chat-Bot eine grosse Anzahl an Fragen und Antworten, und der Bot versucht diese „nachzuahmen“ und generelle Regeln daraus abzuleiten. Er könnt zum Beispiel lernen, dass auf die Frage „Wie heisst dieser Schauspieler?“ ein Name gesucht wird und dass der Name mit einem Schauspieler in Verbindung stehen muss. Dadurch ist das System in der Lage auch Fragen zu beantworten, welche nicht so in den Trainingsdaten vorhanden ist. Die Menge der zur Verfügung stehenden Lern-Daten ist hierbei entscheidend für die Qualität des Systems. Die „Intelligenz“ eines solchen Bots auf der Basis von ML ist also genereller, als jener mit einem fixen Regelset.

Das Beispiel oben zeigt die neue Herangehensweise an die Entwicklung von Bots. Nicht mehr das Aufstellen der Regaltabellen nimmt die grosse Zeit in Anspruch, sondern das Erstellen und Aufbereiten der Beispieldaten. Und das System kann potentiell immer besser werden, sobald mehr Daten zur Verfügung stehen. Man könnte such zum Beispiel vorstellen, dass ein Chatbot die Antworten seiner Menschlichen Chatpartnern aufzeichnet und später als Trainigsdaten weiterverwendet um sich weiter zu verbessern.

Der Trend im Bereich der Bots ist klar. Wöchentlich werden neue Bots bekannt bei welchen diese ML Techniken erfolgreich angewendet wurden. Sie entwickeln sich mehr und mehr zu wirklich nützlichen Helfern im Alltag, wie Beispielsweise Google Now oder auch Siri zeigen. Und die riesigen Investitionen der grossen Player im Internet in diesem Bereich lassen vermuten, dass sich hier in der nächsten Zeit noch einiges bewegen wird. Man darf also gespannt sein.

Es muss nicht immer Excel sein

Daniel Breitenmoser 
10 March 2017
In vielen KMU ist Excel das digitale Rückgrat der Administration. Doch ist es wirklich sinnvoll, Arbeitszeiten, Spesen, Ressourcen und dergleichen in der Tabellenkalkulation zu erfassen? Mit diesen Checklisten finden Sie heraus, ob eine Unternehmens-Software nicht vielleicht doch die bessere Wahl wäre.

So fängt ein Artikel von ATEGRA im KMU-Magazin an (Link zum Artikel).
Anhand eines konkreten Praxisbeispiels des Poliers Ueli Honegger wird die Türe zur mobilen Arbeit in einem Handwerker-KMU geöffnet. Mit dieser Perspektive wird aufgezeigt, dass viele der täglichen Arbeiten die heute oft mit Excel gelöst werden, wie
  • Zeiterfassung (pro Auftrag oder generell)
  • Absenzenkontrolle
  • Ressourcenplanung (Reservierung von Räumen)
  • Jahresarbeitstage unter Berücksichtigung der Feiertage mit den zu leistenden Stunden pro Woche und oder Monat
  • Spesenabrechnung mit Berücksichtigung der Mehrwertsteuersätze
  • Pendenzen
  • Sitzungsvorbereitungen; Sitzungsdurchführung, Sitzungserledigung (Worddokument mit Excel-Pendenzenliste)
  • Vertrieb: Produktekatalog bei Kundenbesuche (auf Tablet)
  • Projektführung mit Links zur Projektdokumentation in Worddokumente
  • Produkteliste
auch anders erledigt werden könnten. Excel hat nämlich seine Grenzen, diese werden im Artikel auch anschaulich aufgezählt.

Eine KMU kann erst beurteilen, wie es optimal Excel ablösen kann, wenn es seine eigenen Bedürfnisse abgeklärt sind. Im Artikel wird als Hilfe ein Anforderungskatalog vorgestellt.

Es wird auch auf die Abgrenzung zwischen Standardprogramme und individuelle Fachanwendung eingegangen:
  • Der Einsatz einer Standardlösung ist dann sinnvoll, wenn die damit abgebildeten Prozesse branchenweit standardisiert sind, oder wenn man sich nicht detailliert mit der Ausgestaltung einer Wunschlösung beschäftigen möchte und die vorhandenen Anforderungen des Programms in etwa den Bedürfnissen entsprechen.
  • Eine individuelle Fachanwendung drängt sich vor, wenn die bereits weitgehend definierten Anforderungen nur durch Kompromisse mit einer Standardlösung abgedeckt werden können oder der Fokus auf Flexibilität in Bezug auf Wachstum und Geschäftsentwicklung gelegt wird. Dieser Fokus wird oft durch Standardlösungen eingeschränkt.
Mein Fazit:
Angesichts von sich häufenden Berichten über gescheiterte Informatikprojekte ist es gerade für KMU sinnvoll, den Entwicklungs-, Einführungs- und Wartungsaufwand mit modernen Werkzeugen schlank zu gestalten. Heutzutage lassen sich ausgehend von Excel-Tabellen innert weniger Tage simple, aber produktivitätssteigernde Fachanwendungen erstellen und danach laufend anhand von konkretisierten Bedürfnissen ausbauen. Man kriegt damit sozusagen den Fünfer und das Weggli: Die Flexibilität, Unabhängigkeit und die tiefen Kosten von Excel einerseits und die Vorteile von professionellen Softwarelösungen andererseits. Und wer weiss, vielleicht arbeiten Ihre Mitarbeiter schon bald so effizient wie der eingangs erwähnte Polier, der komplett digital unterwegs ist.

Über das Scheitern von IT-Projekten

Dominik Rüttimann 
30 January 2017
Immer wieder hört man von ehrgeizigen, aber letztendlich gescheiterten, Informatikprojekten und von millionenweise in den Sand gesetzten Steuergeldern. Immer wieder plagt mich die Frage, weshalb bezüglich des Investitionsvolumen vergleichbare Projekte anderer Branchen meist problemlos über die Bühne gehen. Immer wieder sinniere ich über Ursachen und möglichen Lösungen dieser Problematik. Liegt es an der Komplexität oder dem hohen Abstraktionslevel? Liegt es an einigen wenigen unethisch handelnden Akteuren, bzw. kartellähnlichen Strukturen? Könnte auch Inkompetenz vereinzelt ein Grund sein?

Als ich mich letztens wieder einmal mit diesem Thema beschäftigte, bin ich auf inside-it.ch über den etwas älteren, aber trotzdem sehr interessanten, Artikel "BIT wirft GEVER Office raus" gestossen (http://www.inside-it.ch/articles/27038, 17.11.2011). Insbesondere der folgende Abschnitt ist mir ins Auge gestochen: "Allzu weit ist man mit GEVER Office offenbar nicht gekommen. Wie Frigerio sagt, standen nun ein Architekturumbau zur Bewältigung grösserer Kapazitäten, eine optimierte Benutzerführung einschliesslich der verbesserten Mehrsprachigkeit sowie Sicherheitsaspekte zur Verwaltung von vertraulichen Dokumenten - also der Einbau von detaillierten Zugriffsberechtigungen - auf der Traktandenliste."

Auf alle diese Punkte legen wir bei ATEGRA besonderen Wert und investieren nicht nur viel Zeit, sondern vor allem auch einiges an Energie. Ich habe aber das Gefühl, dass gerade solchen Aspekten in Einkaufs- oder Ausschreibungssituationen zu wenig Beachtung geschenkt wird und aus diesem Grund entsprechende Angebote zu schlecht wegkommen. Ganz anders jedoch ist meine Erfahrung mit langjährigen Bestandskunden. Diese schätzen insbesondere, dass Budget, Terminplan und Funktionsumfang seriös eingehalten und deswegen keine Projektabbrüche riskiert werden. Die statistische Auswertung zeigt tatsächlich, dass 99.6% aller jemals von ATEGRA durchgeführten Projekte dieser Definition von Projekterfolg entsprechen!

Ist vielleicht unsere Menschlichkeit das einzige Problem, nämlich dass wir im Zweifelsfall lieber eine kurzfristige Befriedigung der langfristigen Zufriedenheit vorziehen?

Siehe auch unsere Überlegungen zu erfolgreichen Software-Entwicklungsprojekten hier.